Die SAP NetWeaver® Komponenten

Autor:
Andreas Spall
Orientation in Objects GmbH
Andreas Spall
Andreas Spall
Datum:Dezember 2003

SAP NetWeaver ist die Technologieplattform der SAP für die Zukunft. In diesem Artikel werden die einzelnen Bereiche und Komponenten dieser Plattform und das SAP NetWeaver Developer Studio kurz vorgestellt.

Viele Technologielieferanten wählen aktuell einen serviceorientierten Ansatz (Serviceorientierte Architektur SOA) als Architekturparadigma für die Zukunft. Auch die SAP geht mit ihrer Enterprise Services Architecture (ESA) diesen Weg. Mit der SAP NetWeaver Technologieplattform ist bereits eine Umsetzung der Enterprise Services Architecture veröffentlicht worden. SAP NetWeaver dient für die SAP als Grundlage für die Entwicklung neuer Lösungen und zur Integration der existierenden Anwendungen. Dabei stellt der SAP Web Application Server den eigentlichen Nachfolger der SAP R/3 Basis dar.

Die SAP NetWeaver Technologieplattform

Die Technologieplattform SAP NetWeaver wurde, wie in Abbildung 1 dargestellt, in vier fachliche Bereiche eingeteilt:

Abbildung 1.) SAP NetWeaver

Abbildung 1.) SAP NetWeaver

Über alle vier Bereiche gibt es das Life Cycle Management und das Composite Application Framework.
Für alle Phasen des Software-Lebenszyklus bietet die SAP NetWeaver Technologieplattform ein Life Cycle Management an. Dies umfasst das Design, die Entwicklung, den Test, den fortlaufenden Betrieb der Applikation und dessen Administrations- bzw. Change-Management.
Über das Composite Application Framework ist es SAP bzw. einer anderen Unternehmung möglich, Applikationen zu entwickeln, die aus Services verschiedener Bereiche bestehen können.
Im Folgenden werden die einzelnen Komponenten der vier Bereiche vorgestellt.

Multi-Channel Access

Die NetWeaver Komponente Multi-Channel Access wird dem Bereich People Integration zugeordnet. Realisiert wurde ein Multichannel-Zugriff über die SAP Moblie Infrastructure.
Deren Aufgabe ist es, SAP- und nicht SAP-basierte Anwendungen für Mobile Endlösungen wie beispielsweise Handheld-Geräte, bereitzustellen. Hauptbestandteil der SAP Moblie Infrastruktur ist die SAP Moblie Engine. Diese wird auf dem mobilen Endgerät installiert und ermöglicht es, nicht nur Remote sondern auch offline zu arbeiten. Je nach Art der mobilen Endlösung ist es möglich, Daten zu synchronisieren und zu replizieren bzw. diese Daten über den Browser des Gerätes oder einer anderen Java basierten Benutzeroberfläche darzustellen.

SAP Enterprise Portal

Das SAP Enterprise Portal hat die Aufgabe, einen einheitlich gestalteten und dem Unternehmen angepassten Zugang für alle im Unternehmen vorhandenen Informationen zu ermöglichen. Dazu beinhaltet es Komponenten der Bereiche People Integration und Information Integration, vergleiche Abbildung 2.

SAP Enterprise Portal
Abbildung 2.) SAP Enterprise Portal

Der Bereich People Integration umfasst das Portal zur Bereitstellung und Gestaltung der Informationen sowie die Collaboration Komponente (Unification Server), um Informationen aus unterschiedlichen Quellen einheitlich navigierbar zu machen. Es ist über die Collaboration Komponente möglich, Teams und Communities über virtuelle Räume und Werkzeuge zur Zusammenarbeit in Echtzeit zu unterstützen.
Die Aggregation, Klassifikation und Verteilung von unstrukturierten Informationen wird durch die Knowledge Management Plattform des Information Integration Bereiches zur Verfügung gestellt.

Business Intelligence

Die im Bereich Information Integration angesiedelte SAP Business Intelligence Komponente ermöglicht es, über das Produkt SAP Business Information Warehouse (BW) große Mengen von operativen und historischen Daten aufzubereiten. Über das implementierte Online Analytical Processing ist es möglich, mehrdimensionale Analysen nach unterschiedlichen betriebswirtschaftlichen Betrachtungsweisen durchzuführen.

Master Data Management

SAP Master Data Management (MDM) dient zum Konsolidieren von Stammdaten, dies ermöglicht eine Informationsintegrität im gesamten Unternehmensnetzwerk. Durch die Konsolidierung der Stammdaten und die dadurch entstehende konsistente Datenbasis ist es möglich, dass Geschäftsprozesse alle Teile des Unternehmensnetzwerkes nutzen können.
Dazu werden die Stammdaten über verschiedene vernetzte Systeme gesucht und identische oder ähnliche Daten identifiziert. Nach der Konsolidierung der Informationen stehen diese Konsolidierungsinformationen den Geschäftsprozessen über das Master Data Management zur Verfügung. Da das MDM oberhalb der Exchange Infrastructure agiert, wird die Stammdatenidentifizierung vereinfacht. Eigene Funktionen kann das MDM der Exchange Infrastructure über MDM Adapter zur Verfügung stellen.

SAP Exchange Infrastructure

Die SAP Exchange Infrastructure (XI) stellt, wie aus Abbildung 3 dargestellt, innerhalb der Process Integration ein Konglomerat der Komponenten Integration Broker und Business Process Management dar.

SAP Exchange Infrastructure
Abbildung 3.) SAP Exchange Infrastructure

Ein Integration Broker ermöglicht das Anbinden von heterogenen Komponenten zahlreicher unterschiedlicher Anbieter. Das Business Process Management ist für den reibungslosen Kommunikationsprozess dieser Komponenten miteinander zuständig.
Zur Kommunikation müssen die beteiligten Komponenten an die Exchange Infrastruktur angebunden werden. Dadurch ist eine direkte Verbindung zwischen den Komponenten nicht mehr notwendig. Die Umsetzung der Exchange Infrastructure erfolgte auf nativer Web-Infrastruktur und offenen Standards.

SAP Web Application Server

Die Komponentenplattform SAP Web Application Server (Web AS) beinhaltet alle Komponeten des fachlichen Bereichs Application Platform.

SAP Web Application Server
Abbildung 4.) SAP Web Application Server (WAS)

Der SAP Web AS unterstützt die Entwicklung und den Betrieb von J2EE- und ABAP-basierten mehrschichtigen Anwendungen und Web Services. Ein Parallelbetrieb von Java- und ABAP-Implementierungen unter Verwendung einer gemeinsamen Datenbank wird vom Server unterstützt.

SAP NetWeaver Developer Studio

"Design, Entwicklung, Installation, Betrieb und Überwachung unternehmenskritischer Geschäftsanwendungen erfordern eine geeignete Entwicklungsumgebung und Anwendungsplattform, die SAP NetWeaver jetzt zur Verfügung stellt", erklärt SAP-Vorstandsmitglied Shai Agassi. Quelle: [6]

Abbildung 5.) SAP NetWeaver Developer StudioAbbildung 5.) SAP NetWeaver Developer Studio

Das NetWeaver Developer Studio ist die graphische Entwicklungsumgebung der SAP NetWeaver Technologieplattform. Zu den Aufgabengebieten dieser Entwicklungsumgebung zählen:

Durch die Realisierung des NetWeaver Developer Studios auf der Basis von Eclipse wurde eine weit verbreitete Plattform ausgewählt.

Fazit

Durch die Realisierung von SAP NetWeaver als SOA ist es Unternehmen möglich, vorhande SAP-, Dritt- und Altsysteme auch weiterhin zu nutzen. Vorausgesetzt diese Systeme besitzen Adapter über die sie in die Exchange Infrastructur eingebunden werden können. Dies kann die Investitionen sichern, die in diese Systeme geflossen sind.

Bei einer Neugestalltung der Geschäftsprozesse ist es nicht mehr notwendig, die an diesen Prozessen beteiligten Systeme untereinander zu verbinden. Da diese Teilsysteme in SAP NetWeaver eingebunden sind, können sie mittels SAP NetWeaver miteinander kommunizieren. Dadurch wird unter anderem eine Senkung der Verbindungskomplexität und möglicherweise auch eine Senkung der Gesamtbetriebskosten (TCO) erreicht.

Referenzen

[1] mySAP Technology Voraussetzung für eine offene e-Business-Integration - ein Überblick
(http://www50.sap.com/germany/solutions/netweaver/factsheets.asp)

[2] mySAP Technology Portal - Infrastruktur: Benutzerorientierte Integration und Zusammenarbeit
(http://www50.sap.com/germany/solutions/netweaver/factsheets.asp)

[3] mySAP Technology Exchange - Infrastruktur: Prozessorientierte Integration und Zusammenarbeit
(http://www50.sap.com/germany/solutions/netweaver/factsheets.asp)

[4] mySAP Technology Web Application Server: Technologie und Web-Dynpro
(http://www50.sap.com/germany/solutions/netweaver/factsheets.asp)

[5] Einführung zum SAP NetWeaver Developer Studio
(http://help.sap.com/saphelp_webas630/helpdata/DE/cb/f4bc3d42f46c33e10000000a11405a/frameset.htm)

[6] Unterstützung für Java 2, Enterprise Edition v1.3: SAP NetWeaver liefert Entwicklungsumgebung für Java
(http://www50.sap.com/austria/company/presse/texte_2003/press40_03.asp)

[7] SAP NetWeaver und Enterprise Services Architecture
(http://www.whu-koblenz.de/ebusiness/lehre/hs2003/Techn-Grdlg/SAPNetWeaver_D.pdf)

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